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29Aug

Die Wahrheit über Kaugummi - hipper Kau-Spaß oder Risiko für die Zähne?

  • Jahr: 2019
  • Autor: Annina Blum

Nicht nur Kinder kauen gerne Kaugummi und haben Spaß daran, dessen Blasen vor dem Gesicht platzen zu lassen. Auch Erwachsene verwenden die zähe Masse gerne. Doch hat das Kaugummikauen tatsächlich eine positive Wirkung auf den Mundraum oder ist es eher ein schädliches Risiko für die Zähne? Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen und haben für euch zusammengestellt, was ihr sowohl euren jüngsten, als auch den erwachsenen Patienten zu dem Thema raten könnt.


Zähneputzen nicht vergessen!

Diesen Satz hören vor allem die kleinsten Patienten häufig nach der Behandlung. Doch auch die Großen müssen regelmäßig daran erinnert werden, dass und teilweise auch wie die Zähne geputzt werden sollten. Das Kaugummikauen ist keineswegs ein Ersatz für das mechanische Putzen oder für die Verwendung von Zahnseide. Die Gummimasse schafft es nämlich nicht, an alle relevanten Stellen zu gelangen und ist demnach auch nicht in der Lage, genügend Plaque zu entfernen.

Da läuft das Wasser im Munde zusammen

Unser Körper ist wahrlich ein Phänomen. So hat er für sämtliche Situationen den passenden Mechanismus entwickelt, sodass die natürlichen Abläufe im Organismus reibungslos ablaufen können. Unser Speichel ist nicht nur bei der Nahrungsaufnahme ein wichtiger Bestandteil. Er sorgt dafür, dass zugeführtes Essen optimal für den Verdauungsvorgang vorbereitet wird und hat zudem eine reinigende Wirkung auf den Mundraum. Bakterien werden dabei größtenteils beseitigt, bzw. „weggespült“ und die Zähne werden durch den Speichel remineralisiert. Aus diesem Grund ist die speichelaktivierende Wirkung von Kaugummi positiv hervorzuheben.

Auf die Zusammensetzung kommt es an

Wie ihr bereits häufiger in anderen Beiträgen gelesen habt, kommt es auch beim Kaugummi auf die Inhaltsstoffe an. Die quietschbunten Produkte, die quasi nur aus Zucker bestehen und dabei ihren Geschmack auch nicht lange halten können, verursachen letztlich mehr Schaden an den Zähnen, als es dem Verwender bewusst ist. Von diesen Erzeugnissen ist nachdrücklich abzuraten. Ausgewiesene Zahnpflegekaugummis hingegen können sich positiv in der Kariesprävention auswirken. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Produkt nicht nur aus Aromastoffen und Geschmacksverstärkern besteht. Auch beim Zuckerersatzmittel sollte darauf geachtet werden, dass es sich beispielsweise um Stevia oder Xylit handelt. Diese verleihen dem Kaugummi eine leichte, natürlichere Süße. Xylit reduziert zudem bei einer empfohlenen Tagesmenge von circa sechs Gramm, nachgewiesenermaßen (hier geht es zum Artikel der Untersuchung) schädlichen Zahnbelag. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass tatsächlich ausreichende Mengen des Süßstoffes enthalten sind, denn bei einigen Produkten im Handel wirkt eine kleine Zugabe von Xylitol nur als Werbespruch. Erkennbar ist dies an der zusätzlichen Verwendung von beispielsweise Sorbitol. Dieser Süßstoff ist günstiger und demnach in höherer Dosierung auf der Packung verzeichnet. In Kombination mit natürlichen Zutaten für das Geschmackserlebnis, sind Kaugummis mit hohem Xylitanteil auch etwas teurer. Die volle Wirkung wird ab einer Kauzeit von fünfzehn bis zwanzig Minuten entfaltet. Günstige Erzeugnisse schaffen es meist nicht, den Geschmack dementsprechend lang aufrechtzuerhalten. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, von diesen Produkten in Zukunft eher Abstand zu nehmen.

Jeder muss schlussendlich selbst entscheiden, was ihm zusätzliche Hilfsmittel in der Zahnpflege wert sind. Auch wenn man ab und an zu herkömmlichen Kaugummimarken im Supermarkt greift, ist dies für die Zähne zu verkraften. Dauerhaft, sollte man allerdings vor allem auf den enthaltenen Süßstoff achten. Grundsätzlich kann sich das Kaugummikauen also positiv auf die Zahngesundheit auswirken. Vor allem in der Kariesprophylaxe ist es eine gute Ergänzung zur mechanischen Reinigung. Zudem verleihen die meisten Produkte zusätzlich einen frischen Atem und ein angenehmes Mundgefühl. Und sind wir mal ehrlich: Kaugummikauen macht einfach Spaß. Egal ob Gummifäden ziehen oder große Blasen zum Platzen bringen − jeder tut dies ab und an mit Freude, schlichtweg weil es ein lustiger Zeitvertreib ist. Solange der Kaugummi nachher nicht auf der Straße oder unter dem nächsten Stuhl kleben bleibt, ist dem Genuss also nichts entgegenzusetzen.

Ihr möchtet weitere Tipps zum Thema Kariesprävention oder wollt eure eigenen Erfahrungen mit anderen teilen? Kein Problem! Schreibt uns gerne unter diesen Artikel und erzählt uns von euren Empfehlungen rund um das Thema.

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