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03Apr

Was wirklich gegen Zahnverfärbungen hilft

  • Jahr: 2019
  • Autor: Annina Blum

Kaffee, Tee, Nikotin. Dies sind die drei häufigsten Verursacher von unschönen Zahnverfärbungen. Egal wie die Grundfarbe der Zähne ausfällt, mit der Zeit werden die Folgen von täglichen Genussmitteln deutlich zu sehen sein. Oftmals werden Patienten euch fragen, was sie dagegen tun können, ohne den morgendlichen Kaffee weglassen zu müssen. In diesem Artikel lest ihr, zu welchen unbedenklichen Mitteln eure Patienten greifen können und was sie bei der Aufhellung der Zähne unbedingt beachten müssen.


Verfärbungen trotz korrekter Zahnpflege?

Wenn ein Patient beteuert, seine Zähne regelmäßig zu pflegen und trotzdem Zahnverfärbungen vorweist, liegt es nahe, dass diese nicht von äußeren, sondern von inneren Faktoren beeinflusst sind. Das bedeutet, dass sie nicht durch Kaffee oder ähnliche Stoffe eine gelbliche Färbung bekommen, sondern höchstwahrscheinlich ein Gesundheitsproblem vorliegt. In diesem Fall können die Ursachen von Karies bis hin zu Folgen einer Wurzelbehandlung reichen. Hier kann es passieren, dass sich der Zahn von innen heraus verfärbt. Weitere Gründe für Verfärbungen von innen, können bestimmte, regelmäßig eingenommene Medikamente oder ein latenter Vitaminmangel sein. Damit einher geht oftmals ein Zahnschmelzabbau. Je dünner diese Schicht ist, desto deutlicher kommt die Zahnverfärbung zum Vorschein. Ob und wie diese Art von Verfärbung behandelt werden kann, sollte stets individuell erörtert werden.

Putzen bewirkt schon kleine Wunder

Bei leichten, äußeren Verfärbungen der Zähne, hilft als erster Schritt der Griff zur Zahnbürste. Wenn Zahnverfärbungen durch Kaffee- oder Teegenuss auftreten, reicht es oftmals, die Zähne gründlich zu reinigen. Wer eine Handzahnbürste verwendet und stetig über unschöne Ablagerungen klagt, sollte eventuell überlegen, auf eine elektrische Zahnbürste umzusteigen. Diese reinigen die Zähne im Normalfall durch schnellere Bürstenbewegungen gründlicher. Zudem gibt es einige Modelle, bei denen der Bürstenkopf ausgetauscht werden kann. Hierzu gibt es von den jeweiligen Anbietern spezielle Aufsätze, die extra für das Polieren der Zähne vorgesehen sind. Für Zahnzwischenräume empfehlen wir weiterhin die Verwendung von Zahnseide, bzw. Interdentalbürsten. Zusätzlich helfen Mundspülungen, Bakterien im Mundraum zu bekämpfen.

Aufhellen ohne Zahnarztbesuch?

Das sogenannte „Bleaching“ ist den meisten Patienten ein Begriff und wird mittlerweile auch in vielen Zahnarztpraxen angeboten. Die professionelle Aufhellung ist von allen Varianten die langanhaltendste, aber auch die Methode, die mit den höchsten Kosten verbunden ist. Um diesen zu entgehen, greifen viele Patienten zunächst zu Hausmitteln oder günstigen Produkten zur Zahnaufhellung aus dem Handel, die ohne zahnärztliche Aufsicht anwendbar sind. Hierzu zählen unter anderem Bleaching Strips oder Pasten, die man lose oder mithilfe einer mitgelieferten Schiene auf die Zähne aufträgt, einwirken lässt und anschließend wieder abnimmt. Die Wirkstoffe in derartigen Produkten sind niedrig dosiert, sodass keine ärztliche Aufsicht benötigt wird. Dementsprechend ist auch nur ein kurzweiliges Ergebnis zu erwarten. Von Produkten, die nicht in Deutschland erhältlich sind, ist generell abzuraten, da schlichtweg nicht geprüft ist, welche Wirkstoffe in den Pasten enthalten sind. Weitere Möglichkeiten zur Aufhellung der Zähne vom heimischen Badezimmer aus, sind die altbekannten Hausmittel. Auch hier kursieren vielerlei Gerüchte im Netz wie man gegen Verfärbungen am Zahn vorgehen kann. Doch Vorsicht, nicht alle gut gemeinten Ratschläge sind auch wirklich empfehlenswert!

Bleaching im eigenen Badezimmer

Hattet ihr schon einmal in der Praxis die Situation, dass euer Patient von einem neuen Bleaching-Trend aus dem Internet erzählt hat? Wahrscheinlich hab ihr diesen daraufhin eingehend beraten, bevor er diesen hippen „Trend“ überhaupt ausprobieren konnte. Denn einige der Tipps aus dem Netz haben gefährliche Nebenwirkungen, die schädlich für Zähne und Zahnfleisch sind. Eines dieser Selbstversuche zum Bleichen der Zähne ist die Verwendung von Backpulver. Gemischt mit Zitronensaft stellen Tester erstaunliche Ergebnisse fest. Die Zähne sind sichtbar weißer geworden, die Anwender glücklich. Doch Vorsicht! Die beiden Zutaten reagieren stark auf dem Zahn und schädigen vor allem die schützende Schicht des Zahnschmelzes erheblich. Dieser wird angegriffen und daraufhin abgetragen, was den Zahn anfälliger für sämtliche Schäden macht. Gegen den Genuss von Zitronensaft an sich, ist in kleinen Mengen nichts einzuwenden. Er hilft durch die enthaltene Säure, Zähne und sogar Haare natürlich zu bleichen. Zudem ist der Saft der gelben Frucht reich an Vitamin C, was vor allem das Immunsystem stärkt. Beim Genuss von säurehaltigen Lebensmitteln ist im Allgemeinen zu beachten, dass nicht unmittelbar danach die Zähne geputzt werden, da sie durch den Speichelfluss zunächst wieder remineralisiert werden müssen. Andernfalls beschädigt man den Zahnschmelz durch das Bürsten zusätzlich. Abzuraten ist außerdem von feinem Natronpulver und dem Gewürz Kurkuma, wenn die Zähne bereits angegriffen, beziehungsweise geschädigt sind. Insbesondere Kurkuma könnte dabei die gegenteilige Wirkung auslösen und die angegriffenen Stellen gelblich einfärben. Man liest zwar häufig von der aufhellenden Wirkung von Natron, dass der Zahn aber unnötig angegriffen wird, wird meist ausgelassen. Wenn sich eure Patienten nicht davon abbringen lassen, ratet ihnen, das Pulver nicht mehr als zweimal im Monat zu verwenden.

Natürlich weiße Zähne

Dieses Versprechen liest man oft auf Verpackungen von Zahnpflegeprodukten. Diese sind allerdings meist nicht aus natürlichen Inhaltsstoffen zusammengesetzt. Doch es gibt Substanzen aus der Natur, die gegen Zahnverfärbungen helfen können, wenn man sie regelmäßig anwendet. Ein Beispiel dafür ist Salbei. Kaut man ein bis zwei Blätter des Krautes, werden die Zähne gereinigt und leicht aufgehellt, das Zahnfleisch gestärkt und man bekommt obendrein einen frischen Atem. Zudem ist Salbei sehr gesund und auch für Patienten mit empfindlichem Zahnfleisch geeignet. Ein vergleichsweise junger Trend in der Zahnpflege, ist die Verwendung von Aktivkohle. Diese bindet Verschmutzungen und Giftstoffe und transportiert sie schonend ab. Aktivkohle kann entweder in Pulverform oder als Bestandteil von Zahnpasta oder Mundspülungen verwendet werden. In der Anwendung von feinem Pulver, sollte man eine möglichst weiche Bürste wählen, um den Zahnschmelz nicht anzugreifen. Eine weitere Möglichkeit ist, das Pulver mithilfe der Finger auf den Zähnen zu verteilen und einzureiben. Die schwarze Farbe mag anfangs etwas irritierend sein, aber nach gründlichem Ausspülen dürften keine Reste verbleiben.

Äußeren Verfärbungen der Zähne kann also mit diversen Hilfsmitteln auch von zu Hause aus entgegengewirkt werden. Die gründlichste Reinigung erfolgt allerdings nach wie vor durch den Zahnarzt. Wer starke Verfärbungen vorweist und diese als sehr störend empfindet, könnte darüber nachdenken die jeweiligen Genussmittel zu reduzieren, wenn nicht sogar aufzugeben. Bei Verfärbungen von innen heraus, muss mit dem behandelnden Zahnarzt besprochen werden, ob und welche Therapiemöglichkeiten vorhanden sind. Vorsicht gilt weiterhin bei Trends aus dem Internet. Ratet euren Patienten lieber zum gesunden Salbei, anstatt zu abenteuerlichen Mixturen, die weder natürlichen Ursprungs, noch von Zahnärzten geprüft worden sind.

Ihr möchtet weitere Tipps zum Thema Zahnpflege oder wollt eure eigenen Erfahrungen mit anderen teilen? Kein Problem! Schreibt uns gerne unter diesen Artikel und erzählt uns von euren Empfehlungen rund um das Thema.

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