CHARLY erklärt E-Health
Quelle: KZBV / Youtube

E-Health-Gesetz und Telematik­infrastruktur:
Was Sie wissen sollten

Gemeinsam stehen Ärzte- und Zahnärzteschaft, Hersteller von Praxismanagement­software und Systembetreuer in den nächsten Monaten vor der Herausforderung, das von der Bundesregierung beschlossene E-Health-Gesetz in die Praxis zu bringen.

Mit der sogenannten Telematik­infrastruktur (kurz TI) soll eine digitale Verbindung der IT-Systeme mit höchsten Sicherheitsstandards geschaffen werden – und damit die Basis für die Telemedizin der Zukunft.

Hinter dem Begriff der Telematik – einer Kombination der Worte TELEkommunikation und InformMATIK – verbergen sich Vorteile für das Gesundheitswesen der Zukunft: Medizinische Daten können über einer solche Infrastruktur einfach und schnell übermittelt werden.

Doch das Thema polarisiert und verunsichert: Viele Zahlen, Daten und Fakten kursieren auf dem Markt. Den Überblick zu behalten fällt schwer. Vielfach wird kritisch diskutiert, wie und ob die vom Gesetzgeber niedergeschrieben Fristen auch tatsächlich eingehalten werden können. Hinzu kommt die Verunsicherung über die Höhe der Kosten, welche die beteiligten Akteure zu tragen haben.

Auf dieser Seite zum E-Health-Gesetz und der Telematik im Gesundheitswesen soll Abhilfe geschaffen werden. Hier erhalten Sie reflektierte und verlässliche Informationen – auch gegen Gerüchte am Markt.

Was Sie hier nicht finden: Produktwerbung. Stattdessen trägt die neutrale und lösungsorientierte Plattform Informationen zusammen und zeigt eventuelle Widersprüche auf.

Das benötigen Sie für E-Health

Skizze eines Konnektor um an die Telematikinfrastruktur angeschlossen zu werden.

Konnektor

Der Konnektor sorgt für eine sichere und system­übergreifende Verbindung. Er vernetzt das Praxis­verwaltungs­system zukünftig mit neuen netzwerk­fähigen Karten­terminals. Er ist mit den Karten­terminals und dem Praxis­verwaltungs- bzw. Kranken­haus­informations­system verbunden und schafft den Zugang zur TI-Plattform. Er dient zugleich als Firewall, die das lokale IT-System und die zentrale Plattform gleichermaßen schützt. Dabei stellt der Konnektor unter anderem Verschlüsselungs­funktionen zur Verfügung.

Ein elektronischer Heilberufeausweis in Form einer Skizze für Ärzte

Elektronischer Heilberufeausweis
(eHBA)­

Der elektronische Heilberufeausweis (eHBA) dient der elektronischen Identitätsprüfung von Heilberuflern. Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist der eHBA nicht verpflichtend, sondern wird erst für spätere medizinische Anwendungen der Telematikinfrastruktur benötigt. Zum Beispiel: die elektronische Signatur. Zuständig für die Herausgabe der elektronischen Zahnarztausweise sind die jeweiligen Landeszahnärztekammern.

Skizze eines VPN-Zugangs für die Telematikinfrastruktur für Ärzte und Zahnärzte

VPN-Zugangs­dienst

Ein VPN-Zugangsdienst, der für die Telematikinfrastruktur zugelassen ist, kann eine sichere Anbindung an die Telematikinfrastruktur ermöglichen. Er stellt die Verbindung zwischen dezentraler Umgebung der Leistungserbringer und zentraler TI-Plattform her. Beim VPN- Zugangsdienst endet der VPN-Tunnel, der vom Konnektor aufgebaut wird. Dabei werden nur VPN-Verbindungen mit registrierten Konnektoren zugelassen. Bis heute ist kein zertifizierter VPN-Zugangsdienst vorhanden. Prognostizierte Zeitdauer: 6 Monate, d.h. Jahresende.

Eine Skizze eines eGK Lesegerätes welches von Ärzten für die Telematik benötigt wird.

Stationäres Kartenterminal

Ähnlich wie für den Konnektor gelten auch hier höchste Ansprüche an Sicherheit und Funktionalität. (Zahnarzt-)praxen benötigen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur neue Kartenterminals, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der gematik zugelassen sind. Über das TI-fähige Kartenterminal wird die eGK wie gewohnt eingelesen - mit dem Unterschied, dass die Daten des Versicherten online mit den vorhandenen Daten der Krankenkasse abgeglichen werden. Bei Abweichungen werden die Daten der Krankenkasse auf die eGK gespeichert und direkt in das Praxisverwaltungssystem übernommen.

Eine Skizze eines elektronischen Praxisausweises. Dieser wird auch SMC-B genannt. Er wird für die Telematikinfrastruktur benötigt.

Elektronischer Praxisausweis
(SMC-B)

Damit der Konnektor an die Telematikinfrastruktur angebunden werden kann, benötigen Praxen pro Standort einen elektronischen Praxisausweis (SMC-B). Dieser authorisiert die Praxis als medizinische Einrichtung gegenüber der Telematikinfrastruktur und der eGK. Eine solche Identifizierung ist aus Gründen des Datenschutzes für den Umgang mit sensiblen Patientendaten zwingend notwendig. Der elektronische Praxisausweis kann als Schlüssel zur Installation der Telematik-Technik angesehen werden. Ein Praxisausweis für Zahnärzte wurde kürzlich von der KZBV zugelassen und kann über das Portal der zuständigen KZV beantragt werden.

Die Praxisverwaltungssoftware (PVS) muss vom Anbieter "Telematik-ready" gemacht werden.

Update der Praxissoftware

Die Praxisverwaltungssoftware muss so aktualisiert werden, dass sie mit dem Konnektor kommunizieren kann. Dadurch wird eine Verbindung zwischen dem Praxisverwaltungssystem und der Telematikinfrastruktur hergestellt. Für die erste Stufe der eGK-Onlineanbindung, dem Versichertenstammdatenabgleich, ist der Austausch mit dem Konnektor unerlässlich, damit die Versichertendaten aus der eGK in die Praxisverwaltungssoftware übertragen werden können.

E-Health-Übersicht

Das E-Health-Gesetz sieht eine digitale Vernetzung der IT-Systeme mit höchsten Sicherheitsstandards vor. Das Schaubild zeigt, wie die Komponenten in der Praxis miteinander verbunden werden.

Übersicht der Telematikinfrastruktur einer Arztpraxis für E-Health

E-Health-Anwendungen: Was passiert mit den Daten?

Mit der sogenannten "Datenautobahn" des Gesundheitswesens soll eine digitale Verbindung der IT-Systeme mit höchsten Sicherheitsstandards aufgebaut werden. Die Telematikinfrastruktur vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung und gewährleistet den sektoren- und systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen. Doch was genau geschieht dabei mit den Daten?

1. Daten prüfen: Versicherten­stammdaten-Management (VSDM)

 

Das VSDM verwaltet die Versichertenstammdaten im Umfeld der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und Telematikinfrastruktur. Konkret bedeutet dies, dass alle auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Versichertendaten (wie beispielsweise Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus sowie ergänzende Informationen, z. B. zum Zuzahlungsstatus des Patienten) beim ersten Praxisbesuch im Quartal auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Möglich macht dies die neu geschaffene Telematikinfrastruktur-Verbindung zwischen Praxis und der jeweiligen Krankenkasse. Falls nötig, erfolgt bei diesem sicheren Online-Abgleich auch die automatische Aktualisierung der auf der eGK gespeicherten Daten im Praxisverwaltungssystem. Der Vorteil: Dadurch muss die eGK in den meisten Fällen nicht mehr durch die Krankenkasse ausgetauscht werden.

Versicherungen können dank E-Health Patientendaten direkt überprüfen und bei Änderungen auch direkt auf der eGK speichern.
Versicherungen können dank E-Health Patientendaten direkt überprüfen und bei Änderungen auch direkt auf der eGK speichern.
Zeichnung einer elektronischen Signatur für die Telematik

2. Datenberechtigung: Qualifizierte elektronische Signaturen (QES)

 

Nach dem Versichertenstammdatenmanagement wird ein Basisdienst für die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) erprobt. Damit wird es dem Leistungserbringer, beispielsweise Zahnärzten, ermöglicht, qualifiziert signierte Dokumente zu erstellen und zu prüfen. Warum das notwendig ist? Auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) dürfen grundsätzlich nur Berechtigte zugreifen. Diese müssen zu diesem Zweck mit einem entsprechenden elektronischen Ausweis ausgestattet sein. Mithilfe dieses elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) erfolgt die Erstellung qualifizierter elektronischer Signaturen.

Zeichnung einer elektronischen Signatur für die Telematik

3. Sicherer Austausch: Kommunikation zwischen Leistungserbringern (KOM-LE)

 

Auf freiwilliger Basis können Heilberufler die Fachanwendung Kommunikation Leistungserbringer (KOM-LE) nutzen. Vorteil: Kommunikation auf elektronischem Wege (via E-Mail) wird auf diese Weise rechtsverbindlich, sicher und kompatibel. Zeiten, in denen ein analoger Arztbrief nachträglich digitalisiert wird, damit die Daten in der Verwaltungssoftware zur Verfügung stehen, gehören damit der Vergangenheit an. Aktuell ist KOM-LE für die Zahnärzteschaft nicht vorgesehen. Die Nutzung wird daher (im Gegensatz zum Einsatz in Arztpraxen) nicht bezuschusst. 

Sichere Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheken, Patienten und Krankenkassen dank KOM-LE.

E-Health-FAQ: Häufig gestellte Fragen

Haben Sie Fragen zum Thema E-Health und Telematikinfrastruktur? Damit sind Sie nicht allein - denn das Thema verunsichert und polarisiert bei Akteuren auf dem Gesundheitsmarkt. In einer Umfrage hat die solutio GmbH, Hersteller der Praxisverwaltungssoftware CHARLY, Zahnärzte nach ihren wichtigsten Fragen zum Thema E-Health befragt. Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Ihre Frage ist nicht dabei und das Thema E-Health betrifft Sie auch? Hier geht es zur E-Health-Umfrage

E-Health-FAQ

Worum geht es beim E-Health-Gesetz eigentlich?

Das Gesetz wurde beschlossen um sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen zu gewährleisten (kurz: E-Health-Gesetz). Initiator ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Es soll eine sichere digitale Infrastruktur (Telematikinfrastruktur) geschaffen werden, an die alle Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäu­ser, Apotheken und Versicherten angeschlossen sind. Das E-Health-Gesetz will die Voraussetzungen für die medizinische Versorgung der Zukunft schaffen.

Stand: 14.09.2017

Wann kommt E-Health?

Formal hat die Einführung der Telematikinfrastruktur am 1. Juli 2017 begonnen. Doch Verzögerungen sind abzusehen.
Bis zum 01.07.2018 war ursprünglich für Zahnarztpraxen, Arztpraxen und Krankenhäuser vorgesehen, sich flächendeckend an die Telematikinfrastruktur anzuschließen. Nach Informationen der Ärztezeitung hat der Bundesrat der vom Bundesministerium für Gesundheit geforderten Fristverlängerung bis 31.12.2018 zugestimmt. Laut dem bisherigen Zeitplan drohen ab 01.01.2019 Honorarkürzungen, wenn die Onlineprüfung der eGK nicht in Ihrer Praxis durchgeführt werden kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle notwendigen Hardware-Komponenten für den Produktivbetrieb zugelassen und können in den Zahnarztpraxen installiert werden. Darauf weist die Ärztezeitung am 11.11.2107 hin. Allerdings gibt es bisher nur einen einzigen Anbieter je Komponente, sodass es an Wettbewerb mangelt. Im kommenden Jahr (2018) sollen Konnektoren von T-Systems und des österreichischen Unternehmens RISE folgen. Das Auftreten anderer Anbieter wird sich in den Preisen widerspiegeln.

Bisher zugelassene Komponenten (Quelle: Ärzteverlag, Meldung vom 11.11.2017):

  • Konnektor und VPN-Zugangsdienst: KoCoBox MED+ und Zugangsdienst von CGM
  • Stationärer Kartenleser: Orga 6141 online von Ingenico Healthcare
  • Elektronischer Praxisausweis: SMC-B der Bundesdruckerei, bislang allerdings nur für Zahnarztpraxen
  • Arzt-, Zahnarzt- und Klinik-IT: Unter anderem Praxis- und Klinik-EDV von CGM, h&k, solutio GmbH sowie das KIS iMedOne von der Telekom


Stand: 13.11.2017

Warum ist das E-Health-Gesetz wichtig?

In den Arzt- und Zahnarztpraxen Deutschlands sind Gesundheitskarten im Einsatz. Auf der Gesundheitskarte können Daten gespeichert werden (neben den Daten der Versicherten, z.B. Notfalldaten, Medikationspläne). Das kann im Notfall Leben retten und lebensgefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindern. Mit der elektronischen Patientenakte und dem Patien­tenfach sind die Patienten besser über ihre Diagnosen und Therapien informiert. Patienten bekommen zudem erst­mals die Möglichkeit, auch selbst Daten - z.B. aus Fitnesstrackern oder sog. Wearables - dem Arzt zu übermitteln. Dies schafft Transparenz und sorgt für einen gesicherten Informationsfluss zwischen Akteuren im Gesundheitswesen.

Stand: 14.09.2017

Welche Akteure sind an der Telematikinfrastruktur beteiligt?

Zahnärzte, Ärzte, Kassen und Industrie setzen die neuen Anforderungen im Gesundheitswesen um. Den elektronischen Heilberufsausweis wird es auch für Psychotherapeuten und Apotheker geben. Daneben sind auch Krankenhäuser und Patienten am System beteiligt.

Die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) nimmt vielfältige  Aufgaben zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur wahr.

Folgende Zugangsdienstbetreiber sind an der Telematikinfrastruktur direkt beteiligt: Arvato Systems, CGM CompuGroup Medical (telemed), T-Systems, KZV-WL.

Daneben gibt es Zugangsdienstbetreiber, die indirekt an der Umsetzung von E-Health beteiligt sind. Concat bietet den Zugangsdienst als White Label an. Sie kaufen den Dienst ein bei den "Zugangsdienstbetreiber direkt", laut Auskunft von Concat kann man heute noch nicht sagen, wer dahinter stehen wird.
Des Weiteren sind Konnektorenhersteller in den Prozess der Telematikinfrastruktur eingebunden: CGM CompuGroup Medical, T-Systems,Research Industrial Systems Engineering (kurz: RISE).

Stand: 14.09.2017

Was benötige ich für E-Health?

Jede Praxis benötigt einen sogenannten Konnektor. Über diesen wird die Praxis an die Telematikinfrastruktur angebunden.
Mindestens ein stationäres E-Health-Kartenterminal inklusive Smartcard Typ gSMC-KT muss pro Praxis vorhanden sein.
Dazu bedarf es eines elektronischen Praxisausweises (Smartcard SMC-B). Er ist zur Registrierung und Anmeldung gegenüber der Telematikinfrastruktur nötig. Kürzlich wurde der erste Praxisausweis für Zahnärzte von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zugelassen. (Quelle: zm-online)
Außerdem muss für die Bereitstellung und den Betrieb eines VPN-Zugangsdienstes gesorgt sein.
Erforderlich ist auch ein Software-Update des Praxisverwaltungssystems.
Die Installation der Komponenten erfolgt in der Regel durch Dienstleister vor Ort.
Für spätere Anwendungen wird ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) benötigt.

Stand: 11.10.2017

Was kostet mich das Thema E-Health / Telematikinfrastruktur?

Die Kostenfrage kann derzeit nur eingeschränkt beantwortet werden. Zum einen sind zum heutigen Zeitpunkt nur ein Anbieter je Komponente von der gematik und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für den Produktivbetrieb zugelassen. Zum anderen haben sich weitere Anbieter (z.B. Konnektorenhersteller) angekündigt und es ist zu erwarten, dass sich mit ihrem Auftreten die Preise entsprechend verändern werden. Nach Informationen der Ärztezeitung befindet sich zusätzlich zur KoCoBox MED+ auch ein Konnektor der Deutschen Telekom im Zulassungsverfahren und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2018 auf den Markt kommen.
Bekannt ist, welche Beträge Praxen erstattet bekommen. Die kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband haben im Juli 2017 eine Vereinbarung zur Finanzierung der Maßnahmen zur Inbetriebnahme der Telematikinfrastruktur beschlossen. Dabei ist die Höhe des Pauschalbetrages für den Konnektor zeitlich gestaffelt.
Mehr zu den Kostenerstattungen für Zahnarztpraxen lesen Sie in unserem aktuellen Blogbeitrag.

Stand: 13.11.2017

In welcher Höhe werden Kosten erstattet?

Die kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband haben am 19.07.2017 eine Vereinbarung zur Finanzierung der Maßnahmen für die Inbetriebnahme der Telematikinfrastruktur beschlossen. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass KZBV und GKB-SV über eine Anpassung der Pauschalen verhandeln können, sofern sich neue Markterkenntnisse ergeben.
Kostenerstattung für Standard-Erstausstattungspaket nach bisherigem Stand (14.09.2017):

Was ist ein Konnektor und warum benötigt man diesen?

Der Konnektor sorgt für eine sichere und systemübergreifende Verbindung. Er vernetzt das Praxisverwaltungssystem zukünftig mit neuen netzwerkfähigen Kartenterminals. Er ist mit den stationären Kartenterminals und dem Praxisverwaltungs- bzw. Krankenhausinformationssystem verbunden und schafft den Zugang zur TI-Plattform. Er dient zugleich als Firewall, die das lokale IT-System und die zentrale Plattform gleichermaßen schützt. Dabei stellt der Konnektor u. a. Verschlüsselungsfunktionen zur Verfügung. Es dürfen nur von der gematik zugelassene Konnektoren verwendet werden.

Stand: 14.09.2017

Brauchen Zahnarztpraxen neue Kartenlesegeräte?

Alle Hardware muss voraussichtlich getauscht werden (Quelle: VDDS-Sitzung vom 22.06.2017).
Die neuen Kartenterminals benötigen - ebenso wie der Konnektor - eine Zulassung der gematik und eine Zertifizierung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die bisherigen Kartenterminals, mit denen die eGK eingelesen wurde, waren per USB an den Praxiscomputer angeschlossen und wurden nur offline genutzt. Dies ändert sich nun: In Zukunft werden die Kartenterminals direkt mit dem Konnektor und damit mit dem Praxisnetzwerk verbunden.

Es ist außerdem darauf zu achten, dass eine garantierte, sichere Lieferkette sichergestellt ist.
Wie viele neue Kartenterminals eine Zahnarztpraxis braucht, hängt von der Größe der Einrichtung und der geplanten Nutzung der digitalen Anwendungen ab. Mindestens notwendig ist - wie bisher auch - ein Kartenterminal für den Empfang einer Praxis, damit das Einlesen und die Aktualisierung der Versichertenstammdaten möglich ist.

Stand: 14.09.2017

Was ist ein VPN-Zugangsdienst?

Ein VPN-Zugangsdienst, der für die Telematikinfrastruktur zugelassen ist, kann für eine sichere Anbindung an die Telematikinfrastruktur verwendet werden. Er stellt die Verbindung zwischen dezentraler Umgebung der Leistungserbringer und zentraler TI-Plattform her. Beim VPN-Zugangsdienst endet der VPN-Tunnel, der vom Konnektor aufgebaut wird. Dabei werden nur VPN-Verbindungen mit registrierten Konnektoren zugelassen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist laut zm-online lediglich ein zertifizierter VPN-Zugangsdienst vorhanden.

Stand: 16.11.2017

Was ist der Unterschied zwischen ORS1 und OPB1?

Die Begriffe ORS1 (Online-Rollout-Stufe-1) und OPB1 (Online-Produktivbetrieb-Stufe-1) sind Abkürzungen der gematik und beschreiben die Stufen der Telematikinfrastruktur. Die Unterscheidung der Begrifflichkeiten ist relevant, um die Zertifizierungsverfahren der Komponenten für die Telematikinfrastruktur zu verstehen. Die Zulassung zu ORS1 bedeutet, dass man an der Erprobungsphase teilnehmen darf. Die Zertifizierung für OPB1 beschreibt, dass man im echten Produktivbetrieb arbeiten darf. Wer eine Zulassung für die Erprobungsphase (ORS1) hat, ist nicht automatisch für den Produktivbetrieb (OPB1) zugelassen.

Wo kann ich sehen, welche Konnektoren und Kartenlesegeräte zertifiziert sind?

Auf den Seiten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der gematik ist der aktuelle Zertifizierungsstand einzelner Komponenten ersichtlich.

Auf der Seite der gematik werden Praxisverwaltungssysteme gefiltert nach dem Produkttyp „Konf-PS", Konnektoren nach "Konnektor". Außerdem kann gefiltert werden nach "zugelassen für die Erprobungsphase" und "zugelassen". Letzteres bezeichnet die endgültige Zulassung für den Produktivbetrieb

Welches Betriebssystem darf ich verwenden?

Nach Aussage der gematik gibt es im Zusammenhang mit der Anbindung an die Telematikinfrastruktur keine spezifischen Vorgaben hinsichtlich der Verwendung einer bestimmten Betriebssystem-Version, egal ob für MacOS oder Windows. Die Version kann vom Hersteller im Rahmen seiner Implementierung frei gewählt werden. Wichtig ist, dass das Betriebssystem durch Sicherheitsupdates aktuell gehalten wird.

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