20 Dez

Mundspülungen - Marketing-Gag oder empfehlenswerte Wundermittel?

  • Jahr: 2018
  • Autor: Annina Blum

Zahnbürste, Interdentalbürsten, Zahnseide – selbst wenn ihr und eure Patienten all das verwendet, um eine Hygieneroutine zu perfektionieren, kann dies gegen manche Bakterien nicht ausreichen. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Mundspülungen auf dem Markt, deren Werbeversprechen auf hundertprozentige Wirksamkeit gegen jegliche Bakterien im Mundraum lauten. In diesem Artikel gehen wir dem „Phänomen Mundspülung“ auf den Grund und finden heraus, ob es sich bei ihnen tatsächlich um kleine Wundermittel oder nur um geschickte Marketinggags handelt.


In einem Punkt sind Experten aus der Dentalwelt einig: Zahnpflege ist mehr als Zähneputzen. Das tägliche, mechanische Schrubben mit der Zahnbürste hilft zwar sehr gut gegen Zahnbelag, kommt aber leider nicht gut in die Zahnzwischenräume, weshalb stets Zahnseide oder Interdentalbürsten zur zusätzlichen Pflege empfohlen werden sollten. Doch reicht diese Kombination aus Zahnbürste und anderen Hilfsmitteln aus, um den Mundraum vor Schäden zu schützen?

Ursachenforschung

Um der Sache auf den Grund zu gehen, sollte man zunächst klären, welche Schäden im Mundraum entstehen können. Neben bekannten Krankheiten wie Karies und Parodontitis, können auch schon kleinere Entzündungen schmerzhaft und belastend sein. Die Ursache für derartige Erkrankungen sind meist bakterieller Art. Diese können im schlimmsten Fall über die Blutzirkulation im gesamten Körper verteilt werden und damit nicht nur im Mundraum Schäden hervorrufen. Sowohl Organe, als auch das Nervensystem können beeinträchtigt werden. Es ist beispielsweise bekannt, dass Wurzel-, bzw. Zahnentzündungen direkt mit psychischen und physischen Leiden verknüpft sind. So können Verspannungen, depressive Verstimmungen oder gar das erhöhte Risiko auf einen Schlaganfall auf eine Zahnerkrankung zurückgeführt werden.

Den Bakterien den Kampf ansagen

Ihr sollt euren Patienten natürlich keine Angst einjagen. Genannte Beispiele sind natürlich der Extremfall, aber selbst leichte Symptome können das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen und den Alltag erschweren. Daher kann bereits eine Plaquereduktion helfen, die Zahngesundheit zu schützen. Der Vorteil von Mundspülungen gegenüber dem mechanischen Putzen, ist die längere Wirksamkeit. Nach dem Spülen verbleiben die Wirkstoffe recht lange im Mundraum und helfen dabei, Keime zu eliminieren. Dies ist oral besonders wichtig, da im sogenannten Biofilm (Zusammensetzung mehrerer Bakterien zu Bakterienkulturen) die schädlichen Keime lauern. Diese fühlen sich im feuchten Mundraum besonders wohl und bieten aufgrund der Angriffsfläche und der direkten Verbindung des Zahnes zu Knochen und Blutbahn ein hohes Risiko für das Auslösen von Entzündungen und Krankheiten. Demnach könnt ihr euren Patienten die Empfehlung aussprechen, zusätzlich zu ihrer bestehenden Routine, Mundspülungen zu verwenden.

Was soll ich bloß kaufen?

Auch beim Thema Mundspülungen findet sich der Patient vor einem langen Regal voller verschiedener Angebote wieder, ohne zu wissen, zu welchem Produkt er greifen soll. Hier könnt ihr folgende Hilfestellung leisten: Bei der Auswahl der passenden Mundspülung ist es wichtig, auf die jeweiligen Inhaltsstoffe zu achten. Hierbei ist es zudem hilfreich zu wissen, an welchen Empfindlichkeiten der Patient leidet. Da einige Menschen einen recht empfindlichen Mundraum haben, sollte bei der Wahl der passenden Spülung vor allem auf die ätherischen Öle geachtet werden, die in den Produkten verarbeitet werden. Am Häufigsten findet man die Geschmacksrichtungen Pfefferminz oder Menthol vor. Für alle, die es etwas milder mögen: Eine sanfte, aber doch wirksame Spülung, kann eine mit dem Zusatz von grünem Tee sein. Dieser beruhigt das Zahnfleisch und lässt keinen scharfen Geschmack zurück.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man die Werbeversprechen von weißeren Zähnen oder frischem Atem durch die Anwendung jeweiliger Mundspülungen nicht immer ernst nehmen sollte. Die Grundwirksamkeit der Produkte ist dennoch als Ergänzung zur Zahnpflege sehr empfehlenswert. Wenn eure Patienten also regelmäßig gespült haben (bestenfalls zwei Mal täglich), werdet ihr bei der nächsten Prophylaxesitzung sicherlich feststellen können, dass der Plaquebefall der Zähne sichtlich zurückgegangen ist. Kommuniziert dies gegenüber euren Patienten und sprecht ein Lob aus, damit habt ihr nicht nur einen Sympathiebonus sicher, sondern motiviert sie auch für langfristig wirksame Zahn- und Mundraumpflege.

Ihr möchtet weitere Tipps zum Thema Mundhygiene oder wollt eure eigenen Erfahrungen mit anderen teilen? Kein Problem! Schreibt uns gerne unter diesen Artikel und erzählt uns von euren Tricks rund um das Thema.

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